Was ist ein Altbau, was ein Neubau

Unter einem Altbau versteht man eine Immobilie, die bereits einmal bewohnt war, unabhängig davon, ob schon viele Generationen in ihr gelebt haben oder sie direkt nach dem Erstbezug wieder verkauft werden soll. Dass ein Altbau also immer mit hohen Decken und Schmuckornamenten in Verbindung steht, ist insofern nicht korrekt, denn das gerade vor einem Jahr gebaute Haus in einem Neubaugebiet gilt ebenso als Altbau, wenn es bereits mindestens einmal bewohnt wurde.

Es muss nicht immer neu sein

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Wer solvent genug ist, der leistet sich einen Neuwagen. Der Anspruch, immer das neueste Modell zu fahren, das mit der aktuellsten Technik aufwarten kann, ist entsprechend groß. Im Mittel zahlen wir dafür das Zweieinhalb- bis Dreifache des Preises eines vergleichbaren Gebrauchtwagens.

Interessanterweise verhält es sich bei Immobilienkäufen anders. Hier muss es nicht immer das Neueste sein. Denn das neue Haus ist mit viel Arbeit und Risiken verbunden. Der Neubau hat gegenüber dem Altbau den Vorteil, dass man die Aufteilung der Räume quasi frei bestimmen kann. Es wird die zum Zeitpunkt der Errichtung neueste Technik verbaut und das schöne Gefühl, das neue Haus als erster zu bewohnen, gibt es kostenlos obendrauf.

Ein Neubau kostet Zeit und Nerven

Doch nur in den seltensten Fällen bekommt man das neue Eigenheim am Ende genau so, wie man es sich vorgestellt hat. So lässt der örtliche Bebauungsplan das beliebte Kaffeemühlendach nicht zu, der Pool im Erdgeschoss fällt der Statik zum Opfer oder es sind einfach die unterschätzten Kosten, die dem anfangs motivierten Bauherren am Ende einen Strich durch die Rechnung machen. Denn aufgrund der gestiegenen Kosten im Bauwesen und nahezu bundesdurchschnittlich anziehender Grundstückspreise kann ein Neubau deutlich kostspieliger sein als zunächst geplant. Da helfen auch die niedrigen Bauzinsen nicht. Hinzu kommt, dass der Neubau eines Hauses viel Zeit und viele Nerven kostet, von eventuell unsympathischen neuen Nachbarn, die erst nach einem selbst ein Neubaugebiet beziehen, einmal abgesehen. Ein Altbau hat demgegenüber viele Vorteile und ein überschaubareres Risiko.

Eine Bestandsimmobilie muss zu einem passen

Beim Kauf einer Bestandsimmobilie muss man sich mit der komplexen Bauphase auseinandersetzen, zudem kann das Eigenheim deutlich schneller bezogen werden. Naturgemäß sind der Kreativität gegenüber einem Neubau Grenzen gesetzt, doch in gewissem Umfang kann sie dennoch nach eigenen Vorstellungen modernisiert und umgebaut werden. Wer allerdings von einer Wäscherutsche vom Bad vor die Waschmaschine im Keller träumt, der wird sich schwer tun, dies im Nachhinein zu vernünftigen Kosten zu realisieren. Dies betrifft auch das Thema Isolierung oder Energieeffizienz, über die viele Bauherren noch an der Schraube der zukünftig regelmäßigen Kosten drehen möchten. Bestandsimmobilien muss man nehmen, wie sie sind. Wohnt man gerne individuell, muss man zusätzliches Geld in die Hand nehmen.

Denkmalimmobilien haben eine steuerliche Sonderstellung

Eine Sonderstellung unter den Altbauten haben Denkmalimmobilien. Sie stellen eines der letzten vollkommen legalen "Steuerschlupflöcher" dar. Grundlage der Steuervorteile sind die Paragraphen §§ 7h/i EStG. Hier wird geregelt, dass die Modernisierungskosten einer Denkmalimmobilie steuerlich absetzbar sind - und zwar zu 100% Der Käufer der Denkmalimmobilie kann sie verteilt über 12 Jahre abschreiben.

Eine Immobilieninvestition ist in der Regel eine Investition ohne große finanzielle Risiken, vorausgesetzt, die Auswahl erfolgt sorgfältig und systematisch. Es gibt Kriterien, die unbedingt erfüllt sein müssen, damit sie dauerhaft und nachhaltig ihre Miete und Wertbeständigkeit realisieren. Und daher gilt bei der Auswahl der Immobilie: Ziehen Sie einen Experten zu Rate.